Noch 1 Monat!

Genau jetzt in einem Monat bin ich schon in Kenia! Ich kann es immer noch nicht wirklich glauben. Die Zeit von der Zusage im Januar bis jetzt ist wirklich schnell vergangen und auch die letzten Wochen werden wohl schnell um sein. Mit meinen 325 Impfungen bin ich seit vorgestern auch endlich durch (Okay, ganz so viele waren es vielleicht nicht, aber so kam es mir zumindest vor). Ich war sechs Wochen lang 1-2 mal pro Woche beim Arzt und wurde dreimal gegen Tollwut, zweimal gegen Cholera, und jeweils einmal gegen Typhus, Hepatitis A, Gelbfieber und Meningokokken geimpft. Zusätzlich habe ich Malariaprophylaxe bekommen, die ich einen Teil des Jahres nehmen werde (Um das zu besprechen muss ich nochmal zum Arzt 😀 ).

Meine Flugbestätigung habe ich auch bekommen, jetzt muss also nur noch mein Visum rechtzeitig fertig sein, damit es losgehen kann. Außerdem muss ich immer noch Geld für meinen Förderkreis zusammenbekommen, da bisher leider kaum jemand etwas gespendet hat. Es wäre toll wenn mich noch jemand unterstützen würde!

Ein bisschen was ist also noch zu tun, aber ich bin zuversichtlich, dass alles rechtzeitig zur Ausreise fertig sein wird.

Vorbereitungsseminar Nr. 1

Hallo,

Zu aller Erst, da ich das anscheinend bisher nicht erwähnt habe: Nein, ich bin noch nicht in Kenia 🙂 . Mein Flug ist für den 5.9. geplant. Allerdings findet am 8. August die Präsidentschaftswahl statt, deren Ergebnis 2 Wochen später veröffentlicht wird. In der Vergangenheit gab es rund um die Wahlen häufig Proteste, die teilweise auch gewalttätig waren. Im Jahr 2008 starben 1100 Menschen in Folge von Wahlprotesten. Sollte es also dieses Mal wieder zu Unruhen kommen, wird der Flug natürlich verschoben.

WhatsApp Image 2017-08-02 at 23.19.27

Vom 28.7. bis heute fand das erste Vorbereitungsseminar in Hann. Münden in Niedersachsen statt. Für Weltwärts-Teilnehmer ist es Pflicht, vor Ausreise an 10 Seminartagen teilzunehmen, außerdem wird es direkt nach der Ankunft in Nairobi ein 5-tägiges On-arrival-camp geben, etwa in der Mitte des Aufenthaltes gibt es das mid-stay-camp und schließlich eine Nachbereitung nach der Rückkehr.

In dieser ersten VB ging es noch nicht so viel um länderspezifische Infos, sondern hauptsächlich um Themen wie Diskriminierung, Rassismus und Eurozentrismus. Dabei wurde uns vieles klar, über das man vorher einfach nicht nachgedacht hat. Ein Beispiel aus der Eurozentrismus-Einheit: Wer hat Amerika entdeckt?

Nein, es war nicht Kolumbus. Es waren auch nicht die Wikinger. Es waren Indianerstämme, die zuerst in Amerika gelebt haben. Später wurde der Kontinent von Europäern erobert und besiedelt, aber entdeckt haben sie ihn nicht.

Es gibt noch viele weitere Beispiele, wie wir Eurozentrismus und Rassismus einfach hinnehmen, weil wir nicht darüber nachdenken. Weil es normal geworden ist. Nicht jede dunkelhäutige Person stammt aus Afrika. Afrika ist übrigens auch kein Land mit einer gemeinsamen Kultur, sondern besteht aus sehr vielen, teilweise sehr unterschiedlichen Ländern. Nicht jede Kopftuch tragende Frau wird unterdrückt und hat keinen Schulabschluss. Es gibt in jeder Religion Terroristen, auch im Christentum. Nicht jede ausländisch aussehende Person spricht schlechtes Deutsch. Und Europäer sind nicht automatisch gebildeter und fortschrittlicher als Menschen aus anderen Teilen der Erde, nur weil sie aus Europa stammen.

Andere Einheiten handelten auch von Konfliktlösung, kulturellen Unterschieden und wie man damit umgeht; ob das Verhalten eines Menschen immer nur durch seine Herkunft zu erklären ist und vieles mehr. Auch organisatorische Dinge wurden besprochen und wir konnten die Person kennen lernen, mit der wir seit einem halben Jahr regelmäßig Kontakt per E-Mail haben. Insgesamt waren es sehr interessante, wenn auch anstrengende Tage, während denen ich auch die anderen 21 Kenia-Freiwilligen ein wenig kennen lernen konnte. Natürlich haben wir nicht nur gelernt, sondern auch einige Spiele gespielt, Stockbrot am Lagerfeuer gemacht und uns unterhalten.

Alles in allem hat es mir viel Spaß gemacht. Trotzdem genieße ich es, 10 Tage Pause Zuhause zu haben und ich freue mich darauf, dann alle zu VB2 wiederzusehen!

Mein Projekt

Screenshot_2017-07-18-23-52-52-1.pngMeine Projektzusage ist endlich da! Heute wurde ich wieder mehrfach gefragt, was genau ich denn in Kenia machen werde. Und wie immer war meine Antwort, dass ich noch nicht erfahren habe, in welchem Projekt ich arbeiten werde und wo genau in Kenia ich dann bin. Seit eben gerade weiß ich es endlich: Ich werde an der Menara Primary School in Muhoroni als Teacherassistant tätig sein. Muhoroni ist ein kleiner Ort im Südwesten, Nahe des Viktoriasees. Meine Aufgabe dort wird hauptsächlich darin liegen, den Unterricht mit den Lehrkräften gemeinsam zu gestalten. Auch wenn ich ursprünglich gern in einem ökologischen Projekt gearbeitet hätte, freue ich mich über den Platz. Im letzten Jahr habe ich eine Gruppe Grundschüler im Sportverein betreut, was mir immer viel Spaß gemacht hat, also wird mir meine Arbeit dort sicherlich gefallen 🙂

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

IMG-20170520-WA0033Ich bin Annika, 18 Jahre alt, und habe gerade mein Abitur an der Thomas-Mann-Schule in Lübeck gemacht. Schon lange steht für mich fest, dass ich nach der Schule ein Jahr im Ausland verbringen möchte. Meiner Meinung nach ist dies die beste Zeit zu Reisen und Erfahrungen zu sammeln und somit eine einmalige Gelegenheit, ein anderes Land intensiv kennen zu lernen.

Ich habe lange überlegt wohin ich gehen möchte. Fest stand nur: Es sollte weit weg sein und möglichst ein weniger weit entwickeltes Land, da ich das Leben in einer solchen Gegend kennen lernen möchte. Seit Dezember weiß ich nun, dass ich ein Jahr in Kenia verbringen werde, und ich freue mich schon sehr darauf. Ich war noch nie in Afrika und bin gespannt auf die Natur, Kultur und Sprache dort.

Über „AFS interkulturelle Begegnungen e.V.“ nehme ich am weltwärts-Programm teil, ein entwicklungspolitisches Programm, dass Freiwillige in 80 Länder weltweit entsendet. Ich werde in einer Gastfamilie wohnen und in einem Projekt arbeiten, beispielsweise im Umweltschutz oder an einer Schule. Das gibt mir die Möglichkeit, sehr viel Kontakt mit den Menschen dort zu haben und ihre Lebensweise intensiv kennenzulernen. Außerdem werde ich Kiswahili lernen können.

Das weltwärts-Projekt wird staatlich gefördert, aber nicht die kompletten Kosten werden übernommen. Der restliche Anteil wird von der jeweiligen Entsendeorganisation, in meinem Fall also dem AFS, getragen, um zu garantieren, dass jeder Mensch, unabhängig von seiner finanziellen Situation, die Chance hat, an weltwärts teilzunehmen. Daher wird jeder Freiwillige aufgefordert, einen sogenannten Förderkreis aufzubauen und Spenden zu sammeln. Da der AFS ein gemeinnütziger Verein ist, ist er auf Spendengelder angewiesen um Auslandsjahre wie meins organisieren und durchführen zu können. Kommen nicht genug Gelder zusammen, müssen die Plätze reduziert werden. Momentan arbeite ich, um selbst an den AFS spenden zu können. Über Unterstützer/innen würde ich mich sehr freuen!

Wenn ihr noch mehr über mein Jahr in Kenia erfahren möchtet oder vielleicht sogar dem AFS eine Spende zukommen lassen möchtet, meldet euch gern bei mir!

Viele Grüße, Annika